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Aschaffenburger Krippenfreunde e.V. -
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50-jähriges Jubiläum der Un-Foe-Prae und Anschlußreise (Februar 2002)

Wir, einige Krippenfreunde aus Aschaffenburg und Fulda, waren der Einladung aus Barcelona gefolgt, mit Krippenfreunden aus aller Welt den 50. Geburtstag der Un-Foe-Prae (des Welt-Krippenverbandes) zu feiern. Am Freitagnachmittag hatten wir die ersten Blicke auf das Labyrinth des Felsmassivs des Montserrat und später, in steiler Felsenwand, das Kloster. Der Ankunftstag war dem persönlichen Kennenlernen, vertiefen alter und knüpfen neuer Freundschaften vorbehalten. Verbunden mit herrlichen Ausblicken, egal ob hoch in die Gipfel mit ihren vielfältigen Formen oder in die Tiefe der weiten Täler. Das Kloster selbst ist ein beeindrucken-des Bauwerk, sei es der gotische Kreuzgang (ca. 1430), die Hauptfassade des Klosters mit 3 Balkonreihen und mächtigem Eckturm, der Kreuzgang des Abts Argerich (18. Jh.), das Atrium, die Fassade und der Innenraum der Basilika. Das Wichtigste: Der im Halbrund des Prebyteriums in halber Höhe sichtbare Thron der Muttergottes, mit ihr, der Morena de la Serra de Montserrat estel (der Schwarzen des Gebirges, Stern von Montserrat). Eine anmutige und schöne romanische Schnitzfigur der Heiligen Jung-frau mit segnendem, bekrönten Jesus aus dem 12. Jh. Da wir genügend Zeit hatten besuchten wir die Vesper der Benediktiner-mönche mit anschließendem Salve Regina, ein Erlebnis der besonderen Art, gestaltet von der "Escolania des Mont-serrat", eine religiöse und musikalische Institution in Form eines Knabenchores. Sie gilt als ältestes Konservatorium Europas ihrer Art und ist vermutlich aus einer der "Psalmen- und Gesangsschulen" Kataloniens entstanden (Ende des 13. Jh.). Die herausragende Qualität des Chorgesangs hat nicht nur die "Moreneta" (die Dunkle) erfreut.
Am Samstag wurden wir zur Begrüßung durch den Abt in das Kloster eingeladen. Danach ging es zur Festveranstaltung unter dem Motto "Die Un-Foe-Prae auf dem Weg ins dritte Jahrtausend auf der Grundlage von Erfahrungen der zurückliegenden 50 Jahre". Vor Beginn besichtigten wir eine Krippenausstellung der Krippenfreunde aus Barcelona. Die thematischen Dioramaen (gefertigt nach Methode der Krippen-schule Barcelonas) waren wirkliche Meisterwerke. Die wichtigsten Figuren waren nicht immer im geographischen Mittelpunkt, man wurde aber von den Hirten (Los Pastores) und Königen (Los Reyes) "optisch hingeführt". (Diese Hinführung fehlt mancher Hauskrippe). In den Grußworten wurde auf die Wichtigkeit der Laienver-kündigung durch die Krippe hingewiesen, sowie auf die geistige Identifikation mit der kulturellen Region. Die Simultanübersetzungen erfolgten in katalanisch, spanisch, französisch, italienisch und deutsch. Ob wir in Bayern auch mal diesen Stellenwert erreichen, dass Regierungsvertreter auf Landes- oder Bezirksebene es sich nicht nehmen lassen, wenigstens für ein Grußwort vorbeizuschauen, ebenso geistliche Würdenträger auf Diözesanebene? Die Beiträge der Un-Foe-Prae-Verantwortlichen befaßten sich mit organisatorischen Fragen zur Gestaltung des Weltkrippenverban-des z.B. engere Struktur oder locker wie bisher, mit der Entwicklung des Verbandes und natürlich mit Ehrungen. Geehrt wurden zwei noch lebende Gründungsmitglieder und sonstige, für unseren Krippengedanken wichtige Persönlichkeiten, darunter auch eine Krippenfreundin aus dem rheinisch-westfälischen Landesverband, Frau Caroline Maria Weber. Die Gastgeschenke wurden am Abend nach der Klostermesse über-geben. Ohne Übertreibung läßt sich sagen, dass "unser Fatschenkind" im Glas-schrein (das Gastgeschenk des bayer. Krippenverbandes) die Herzen der katala-nischen Krippenfreunde im Sturm eroberte.
Am Sonntag, besuchten wir eine weitere Krippen-Ausstellung in Barcelona. Im Gegensatz zu den Kasten-Dioramen (ca 60cm x 40cm x 40cm) am Samstag, waren große Dioramen (ca. 1,5m x 3m) zu sehen. Danach wurden wir von seiner Eminenz dem Kardinal und Erzbischof von Barcelona in seinem Palais begrüßt. Er betonte aus seiner Sicht die unverzichtbare Mitarbeit der Krippenfreunde an der Verkündigung des Glaubens. Zum Abschluß fuhren wir in das "Poble Espanyol", ein anläßlich der Weltausstellung errichteter Freizeitpark, mit Häusern aus verschieden Regionen Spaniens, die dort ab- und hier wieder aufgebaut wurden. Das "Poble Espanyol" wurde von der Bevölkerung so angenommen, daß man es stehen ließ und mit alten Handwerken und Künstlern besiedelte. Für uns folgte die Zeit des Abschieds von unseren spanischen, französischen und italienischen Krippenfreunden. Es ist immer wieder interessant wie trotz der fehlenden Sprachkenntnisse, sich Freundschaften und Seelenverwandtschaften über die Jahre erhalten. Servus, bis bald.
Mit den belgischen, schweizerischen und rheinisch-westfälichen Krippenfreunden besuchten wir am Montag zwei Krippenausstellungen und zwei Krippenfiguren-hersteller im Umland. Am Nachmittag verabschiedeten wir uns, ade ihr alten und neuen Freunde.
Für Dienstag hatte unser Prof. Breinl ein Treffen mit den Krippenfreunden in Olot vereinbart. Die Stadtführung mit Blick in ein von einem Behinderten gebauten Krippenzimmer, der Beuch weiterer Krippenfigurenhersteller und als Schmankerl für uns Krippler, ein Besuch der vereinseigenen Krippenbauwerkstatt mit Blick "hinter die Kulissen", rundeten unsere nach-haltigen Eindrücke aus Spanien (Catalunya) ab.
Zeit- und wirtschaftlicher Aufwand waren gering im Vergleich zu unserem Erlebnis. Wer schon einmal einen Weltkrippenkongress, insbesondere in Spanien, mitgemacht hat, kann mit uns fühlen. Den Anderen sei eine Teilnahme an den nächsten Kongres-sen ans Herz gelegt, denn auch hier offenbart sich unser "Kind in der Krippe" mit Gnade und Segen.


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© 2001 Aschaffenburger Krippenfreunde
Zuletzt aktualisiert am: 03.12.2010